Diagnostik: Wie erkennen wir Gefäßkrankheiten?
Die wichtigsten modernen Verfahren zur Erkennung von Gefäßkrankheiten haben wir nachfolgend für Sie aufgelistet. Diese Arten der Diagnostik werden regelmäßig von uns durchgeführt.
- Venenverschluß-Plethysmografie
Verfahren zur Bestimmung der Durchblutung in Armen und Beinen. Der Begriff "Durchblutung" wird in diesem Fall durch zwei Merkmale gekennzeichnet: Die Speicherfähigkleit der Venen und der Blutrücktransport. Bei diesem Verfahren wird das Gefäß für einen kurzen Moment gestaut. Ein wenig mehr Blut paßt noch hinein, aber dann nimmt der Zustrom ab. Die Volumenzunahme im gestauten Zustand ist das erste Merkmal, die Venenspeicherfähigkeit. Lockert man die Stauung, fließt das Blut wieder weiter, das gestaute Volumen wird zügig abgebaut. Wie schnell dies geschieht, kennzeichnet das zweite Merkmal, der Blutrücktransport.
- Farbduplex-Sonografie
Kombiniertes Verfahren zur Messung der Blutströmungsgeschwindigkeit und gleichzeitiger mehrfarbiger Darstellung des untersuchten Gefäßes oder des Herzens. Kombiniert werden in diesem Fall Ultraschall-Bildverfahren, Doppler-Sonographie und Farbdoppler. Uns stehen drei moderne Farbduplex-Geräte zur Verfügung, mit denen sowohl die arterielle wie auch die venöse Diagnostik in nahezu allen Körperregionen in hoher Qualität möglich ist. Die Farbduplex-Sonographie ersetzt heute häufig invasive Verfahren wie z.B. die Angiographie.
- Angiographie
Untersuchungsmethode zur Darstellung der Gefäße mit Kontrastmittel unter Durchleuchtung mit Röntgenstrahlen. Je nachdem, welche Gefäße untersucht werden, unterscheidet man zwischen Phlebographie (Venen), Arteriographie (Arterien) und Lymphographie (Lymphgefäße). Die Angiographie gilt als ein gängiges Standardverfahren, das jedoch wie oben erwähnt zunehmend durch die Farbduplex-Sonographie ersetzt wird. Sollte dieses invasive Verfahren dennoch einmal zusätzlich benötigt werden, kann es - wie auch die Kernspin-Angiographie - im gleichen Hause in einer kooperierenden radiologischen Praxis durchgeführt werden.
- Doppler-Sonografie
Messung der Strömungsgeschwindigkeit in den Gefäßen oder im Herz durch Ultraschall. Dieses Verfahren nutzt das physikalische Phänomen des sogenannten Dopplereffekts. Die Ultraschallwellen werden vom Blut reflektiert und erfahren durch den Fluß des Blutes eine Frequenzänderung. Diese wird registriert und läßt Rückschlüsse auf das Strömungsverhalten und die Strömungsgeschwindigkeit in den Gefäßen zu.
- Lichtreflexionsrheografie
Optisches Verfahren zur Abschätzung der Durchgängigkeit von Arterien. Hierbei wird das zu untersuchende Körperteil mit Infrarotlicht bestrahlt und der reflektierte Lichtanteil gemessen und aufgezeichnet. Zusätzlich führt der Patient dabei bestimmte Bewegungen aus. Die Menge des reflektierten Infrarotlichts hängt von der Durchlässigkeit der untersuchten Gefäße ab und ändert sich zusätzlich durch die Bewegung.
- Elektronische Oszillografie
Grafische Aufzeichnung des zeitlichen Verlaufs von Druck- u. Volumenschwankungen innerhalb eines Gefäßes. Mit jedem Herzschlag wird das Blut stoßartig durch die Arterien bewegt. Dies nennt man die "arterielle Pulswelle". Die dadurch verursachten Volumenschwankungen werden mit Hilfe von Messfühlern (Pulsabnehmern) registriert. So können z.B. Verengungen (Stenosen) in den Arterien erkannt werden.
- Videokapillarmikroskopie
Methode zur Darstellung der dicht unter der Haupt liegenden Kapillaren. Diese werden mit Hilfe eines Auflichtmikroskops im Bereich des Nagelfalzes untersucht, da die Darstellbarkeit dieser winzigen Blutgefäße dort besonders gut ist. Die Video-Kapillarmikroskopie ist vor allem für Patienten mit Kollagenosen oder rheumatischen Erkrankungen von Interesse.
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